Autorin: Ute Herzog, die Menschenleserin aus Franken, ist Staatl. gepr. Betriebswirtin, Rednerin, zertifizierter Business Coach, lizenzierte Structogram®- und Triogram®-Trainerin, lizenzierte Trainerin für Stressprävention, Burnout-Beraterin und Facereaderin. In der AUB Geschäftsstelle ist sie Ansprechpartnerin für Mitglieder und unabhängige Betriebsräte, zudem gibt sie Seminare und Einzelcoachings.

Morgens die Mails auf dem Balkon in Palma de Mallorca beantworten, nachmittags ins Meer hüpfen: Workation klingt nach dem Besten aus zwei Welten. Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, Ihre normale Arbeit mit dem Reiz eines anderen Ortes zu verbinden, ohne dass Sie dafür Ihren kompletten Urlaub opfern müssen?

Zwischen Laptop und Liegestuhl liegen aber ein paar Fragen, die Sie besser vorher klären. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was eine Workation ausmacht, welche Voraussetzungen gelten, was Vorteile und Nachteile sind und worauf es beim Thema Arbeitsrecht ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Workation verbindet Arbeit und Urlaub: Sie arbeiten für eine begrenzte Zeit von einem anderen Ort aus, oft aus dem Ausland, und führen dabei Ihren regulären Job aus.
  • Es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine Workation. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung, die immer die Zustimmung Ihres Arbeitgebers erfordert.
  • Bei einer Workation im EU-Ausland sichert die A1-Bescheinigung, dass Sie weiterhin in der deutschen Sozialversicherung bleiben.
  • Steuer, Arbeitszeit und – bei Reisen außerhalb der EU – auch Visum und Aufenthaltsrecht sollten Sie unbedingt vor der Abreise klären.
  • Laut einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft ermöglichen rund 15 Prozent der deutschen Unternehmen mobiles Arbeiten aus dem Ausland.

Inhalt

  1. Definition: Was ist eine Workation?
  2. Welche Voraussetzungen gelten für eine Workation?
  3. Was sind die Ziele einer Workation?
  4. Welche Vorteile hat eine Workation?
  5. Welche Nachteile hat eine Workation?
  6. Workation und Arbeitsrecht: Was muss ich rechtlich beachten?
  7. Fazit
  8. Häufige Fragen (FAQ) zur Workation

Definition: Was ist eine Workation?

Eine Workation ist die Verbindung von Arbeit und Urlaub an einem selbst gewählten Ort. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „work“ für Arbeit und „vacation“ für Urlaub zusammen. Sie erledigen Ihren gewohnten Job, sitzen dabei aber nicht im Büro, sondern zum Beispiel in einer Ferienwohnung am Meer oder in den Bergen.

Hinter dem Konzept steht ein einfacher Gedanke: Wenn eine Tätigkeit ortsunabhängig erledigt werden kann, muss der Schreibtisch nicht zwingend in der Firma stehen. Ihr Arbeitsverhältnis läuft während der Workation ganz normal weiter. Sie wechseln nur für einen begrenzten Zeitraum den Ort, an dem Sie Ihre Aufgaben erledigen.

Was ist der Unterschied zwischen Workation und Sabbatical?

Wichtig ist die Abgrenzung zu ähnlichen Modellen. Wer dauerhaft als freie Fachkraft vom Ausland aus arbeitet, macht keine Workation. Auch wer für eine deutsche Firma in deren ausländischer Niederlassung tätig wird, fällt nicht unter den Begriff. Anders als beim Sabbatical [BITTE SEP. BLOGARTIKEL VERLINKEN], bei dem Sie für eine längere Auszeit ganz aus dem Job aussteigen, läuft Ihre Arbeit bei der Workation normal weiter. Die Workation ist immer vorübergehend und an Ihren bestehenden Arbeitsvertrag in Deutschland gebunden.

Viele kombinieren die Arbeitsphase mit echtem Urlaub und hängen ein paar freie Tage an. Genau diese Mischung macht den Reiz aus. Sie sammeln neue Eindrücke, ohne ständig zwischen Heimat und Reiseziel pendeln zu müssen.

Welche Voraussetzungen gelten für eine Workation?

Die wichtigste Voraussetzung für eine Workation ist, dass Ihr Arbeitgeber zustimmt und Ihre Tätigkeit sich überhaupt ortsunabhängig erledigen lässt. Ohne grünes Licht aus der Firma geht es nicht, denn einen gesetzlichen Anspruch auf eine Workation gibt es nicht. Sie ist ein freiwilliges Angebot, über das Ihr Arbeitgeber frei entscheidet.

Welche Jobs sind für eine Workation geeignet?

Eignen muss sich vor allem die Art Ihrer Arbeit. Wer im Lager, in der Produktion, in der Pflege oder mit direktem Kundenkontakt vor Ort arbeitet, kann das naheliegenderweise nicht einfach vom Strand aus tun. Workation ist ein Modell für Aufgaben, die Sie auch im Homeoffice erledigen könnten.

Vertrauen und Technik sind wichtige Voraussetzungen

Eine Workation funktioniert dann gut, wenn Sie eigenverantwortlich arbeiten und eine stabile Vertrauensbasis zu Ihrem Team besteht. Praktische Dinge wie eine verlässliche Internetverbindung, ein passender Arbeitsplatz und der Datenschutz gehören ebenfalls zu den Grundlagen.

Die wichtigsten Voraussetzungen für Workation auf einen Blick

Bevor es tatsächlich losgehen kann, sollten Sie die wichtigsten Punkte schriftlich festhalten. Eine klare Vereinbarung schützt beide Seiten und beugt Missverständnissen vor. Die folgende Übersicht zeigt, was in eine solche Absprache gehört:

Worauf Sie achten solltenWas konkret zu klären ist
ZeitraumKlares Start- und Enddatum der Workation
OrtGenaues Zielland, da davon viele rechtliche Fragen abhängen
ErreichbarkeitKernzeiten, in denen Sie erreichbar sind, auch über Zeitzonen hinweg
Technik und DatenschutzSichere Geräte, VPN, Umgang mit sensiblen Daten
KostenWer Anreise, Unterkunft und Ausstattung trägt
VersicherungSozialversicherung, Krankenversicherung und Unfallschutz im Zielland

Workation und die finanziellen Aspekte

Halten Sie sich vor Augen, dass eine Workation auch Geld kostet. Anreise und Unterkunft am Zielort kommen obendrauf, während Miete oder Kredit zu Hause weiterlaufen. Eine Workation ist deshalb auch ein Stück weit ein Privileg, das nicht für jeden Job und jedes Budget passt.

Was sind die Ziele einer Workation?

Das zentrale Ziel einer Workation ist es, Arbeit und Erholung so zu verbinden, dass beide Seiten profitieren. Für Sie als Arbeitnehmer geht es um mehr Lebensqualität, neue Impulse und eine bessere Balance zwischen Beruf und Privatleben. Für den Arbeitgeber steht im Vordergrund, zufriedene und motivierte Beschäftigte zu halten.

Aus Sicht der Unternehmen ist die Workation längst ein Argument im Wettbewerb um Fachkräfte geworden. Wer flexible Modelle anbietet, wirkt für viele Bewerberinnen und Bewerber attraktiver. Laut einer von der Beratungsgesellschaft PwC veröffentlichten Befragung aus dem Jahr 2024 ist die Möglichkeit einer Workation gerade für jüngere Beschäftigte ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers.

Häufige Gründe für eine Workation

Für Sie persönlich kann eine Workation ganz unterschiedliche Ziele erfüllen. Manche suchen den kreativen Tapetenwechsel, andere wollen Familie oder Freunde im Ausland länger sehen, ohne den ganzen Urlaub dafür zu verbrauchen. Wieder andere entfliehen im Winter einfach dem grauen Wetter und tanken Sonne.

Gemeinsam ist diesen Zielen, dass die Arbeit nicht zur Nebensache wird. Eine Workation ist kein verlängerter Urlaub, sondern Arbeitszeit an einem schöneren Ort. Wer das von Anfang an klar sieht, geht mit realistischen Erwartungen in die Sache.

Ein Gewinn für Mitarbeitende

Rainer Knoob, Vorstandsvorsitzender der AUB, ordnet das so ein: „Flexible Modelle wie die Workation sind ein echter Gewinn, solange sie fair gestaltet sind. Für uns als unabhängige Arbeitnehmervertretung zählt vor allem, dass die Erholung nicht zu kurz kommt und dass klare Absprachen die Beschäftigten schützen.“

Welche Vorteile hat eine Workation?

Der größte Vorteil einer Workation ist der Gewinn an Freiheit und Lebensqualität, der sich häufig auch positiv auf die Arbeit auswirkt. Ein neuer Arbeitsort bringt Abwechslung in die Routine und kann Motivation und Kreativität spürbar steigern. Viele Menschen arbeiten konzentrierter, wenn sie das Büro für eine Weile gegen eine andere Umgebung tauschen.

Auch die Gesundheit kann profitieren. Eine Workation in wärmeren Regionen tut gerade im Winter gut, wenn das Wetter zu Hause aufs Gemüt schlägt. Mehr Licht und Sonne wirken sich positiv auf die Stimmung aus und können Müdigkeit entgegenwirken. Für Menschen mit Atemwegsbeschwerden oder Heuschnupfen kann ein milderes Klima die Beschwerden lindern.

Hinzu kommt der Effekt auf die Work-Life-Balance. In der bereits erwähnten PwC-Befragung gab eine deutliche Mehrheit an, dass die Kombination aus Arbeit und Urlaub das eigene Gleichgewicht verbessert, die Zufriedenheit im Job erhöht und auch die Produktivität steigert.

Die wichtigsten Vorteile und Nachteile im direkten Vergleich:

Vorteile einer WorkationNachteile einer Workation
Mehr Motivation und KreativitätArbeit und Freizeit verschwimmen leicht
Besseres Wohlbefinden durch TapetenwechselErholung kann zu kurz kommen
Gesundheitliche Effekte durch Klima und LichtMögliche Spannungen oder Neid im Team
Bessere Work-Life-BalanceOft schlechtere Ergonomie am Arbeitsplatz
Pluspunkt bei der Wahl des ArbeitgebersZusätzliche Kosten und rechtlicher Aufwand

Welche Nachteile hat eine Workation?

Der häufigste Nachteil einer Workation ist, dass Arbeit und Urlaub zu stark verschmelzen und die Erholung auf der Strecke bleibt. Wer im vermeintlichen Urlaub doch ständig arbeitet, kommt am Ende weder richtig zur Ruhe noch zu konzentrierter Leistung. Klare Absprachen zu Arbeitszeiten und Erreichbarkeit helfen, diese Falle zu vermeiden.

Ein weiterer Punkt betrifft das Verhältnis im Team. Beschäftigte, die aus dem Ausland arbeiten, stehen schnell unter dem Verdacht, mehr Urlaub zu machen als zu arbeiten. Das kann zu Neid unter Kolleginnen und Kollegen führen oder bei skeptischen Vorgesetzten für Rechtfertigungsdruck sorgen. Transparente Regeln nehmen diesem Gefühl den Wind aus den Segeln.

Die Arbeitsbedingungen müssen passen, auch in der Ferne

Nicht zu unterschätzen ist die Ergonomie. Der Esstisch in der Ferienwohnung oder der Hotelsessel sind selten so gut eingerichtet wie Ihr Arbeitsplatz zu Hause. Wer tagelang mit dem Laptop und krummem Rücken arbeitet, riskiert Verspannungen und Rückenschmerzen. Achten Sie deshalb auch unterwegs auf eine halbwegs vernünftige Sitzhaltung.

Dazu kommen Aufwand und Kosten. Eine Workation will gut geplant sein, von der passenden Versicherung bis zur stabilen Technik. Diese Mühe lohnt sich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Sie zeigt aber auch, dass eine Workation mehr ist, als spontan den Koffer zu packen.

Workation und Arbeitsrecht: Was muss ich rechtlich beachten?

Aus rechtlicher Sicht ist bei einer Workation vor allem wichtig, dass Sozialversicherung, Steuer und Arbeitszeit sauber geregelt sind, bevor Sie abreisen. Genau diese Punkte sind der Grund, warum viele Unternehmen beim Thema Workation vorsichtig sind. Die gute Nachricht: Mit etwas Vorbereitung lassen sich die meisten Fragen klären.

Die aktuelle Rechtslage in Deutschland

Ein eigenes Gesetz zur Workation gibt es in Deutschland bislang nicht. Deshalb gelten die allgemeinen Regeln des Arbeits-, Sozialversicherungs- und Steuerrechts. Welche davon greifen, hängt stark davon ab, wie lange Sie bleiben und in welchem Land Sie arbeiten.

Ingrid Brand-Hückstädt, AUB-Rechtsexpertin und Fachanwältin für Arbeitsrecht, fasst es so zusammen: „Eine Workation ist arbeitsrechtlich kein Selbstläufer. Beschäftigte haben keinen Anspruch darauf, und sobald die Arbeit über die Grenze geht, greifen Sozialversicherung, Steuer und Arbeitszeit ineinander. Wer diese Punkte vorab schriftlich regelt, erspart sich später viel Ärger.“

Was gilt bei der Sozialversicherung?

Bei einer Workation im EU-Ausland bleiben Sie über die A1-Bescheinigung weiterhin in der deutschen Sozialversicherung. Sozialversicherungsrechtlich wird Ihre Workation als sogenannte Entsendung behandelt. Die A1-Bescheinigung weist nach, dass für Sie das deutsche Recht gilt und Sie nicht zusätzlich im Reiseland Beiträge zahlen müssen.

Den Antrag stellt Ihr Arbeitgeber elektronisch bei der zuständigen Krankenkasse. Die Bescheinigung sollten Sie während des gesamten Aufenthalts mit sich führen, denn in Ländern wie Frankreich, Österreich oder Belgien wird sie streng kontrolliert. Sie gilt für die EU sowie für Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Eine Entsendung ist dabei auf maximal 24 Monate angelegt.

„Die A1-Bescheinigung gehört ins Reisegepäck wie der Personalausweis“, betont Ingrid Brand-Hückstädt. „Sie belegt, dass Sie weiter in Deutschland versichert sind. Fehlt sie bei einer Kontrolle, drohen Nachfragen und im schlimmsten Fall doppelte Beiträge.“

Auf lückenlosen Versicherungsschutz achten

Bei Reisen außerhalb dieser Staaten richtet sich der Versicherungsschutz nach dem jeweiligen Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland. Mit manchen Ländern gibt es ein solches Abkommen, mit anderen nicht. Hier lohnt sich der frühzeitige Blick, damit keine Lücken im Versicherungsschutz entstehen.

Denken Sie auch an die Krankenversicherung im Alltag. Die gesetzliche Kasse übernimmt im Ausland nur Kosten in dem Umfang, der auch in Deutschland anfallen würde. Eine private Auslandskrankenversicherung kann die Lücke schließen und ist für eine Workation oft sinnvoll. Ähnlich wie beim Versicherungsschutz im Homeoffice lohnt sich also der genaue Blick darauf, was wirklich abgesichert ist.

Was muss ich beim Steuerrecht beachten?

Beim Steuerrecht entscheidet vor allem, wie lange Sie sich im Ausland aufhalten. Als Faustregel gilt die 183-Tage-Regel: Bleiben Sie nicht länger als 183 Tage im Ausland und zahlt weiterhin Ihr deutscher Arbeitgeber Ihren Lohn, bleiben Sie in der Regel in Deutschland einkommensteuerpflichtig.

Maßgeblich ist im Einzelfall das Doppelbesteuerungsabkommen mit dem jeweiligen Land. Es soll verhindern, dass Sie Ihr Einkommen doppelt versteuern. Bei längeren Aufenthalten oder unklaren Fällen ist eine steuerliche Beratung sinnvoll, damit es später keine Überraschungen gibt.

Ein Risiko betrifft eher Ihren Arbeitgeber als Sie selbst. Unter bestimmten Umständen kann durch das Arbeiten im Ausland eine sogenannte Betriebsstätte entstehen. Für das Unternehmen hätte das steuerliche Folgen. Das erklärt mit, warum Firmen Workations gern klar begrenzen und schriftlich regeln.

Welche Rolle spielt die Arbeitszeit?

Auch während einer Workation gilt für Sie das deutsche Arbeitszeitgesetz weiter. Höchstarbeitszeiten und Ruhezeiten bleiben also bestehen, egal ob Sie vom Büro oder von der Terrasse aus arbeiten. Wer in einer anderen Zeitzone sitzt, sollte die Erreichbarkeit vorher mit dem Team abstimmen.

Im Ausland können zusätzlich örtliche Regeln eine Rolle spielen, etwa zu Feiertagen oder Mindestarbeitsbedingungen. Innerhalb der EU gilt häufig das Recht des Staates, in dem die Arbeit gewöhnlich verrichtet wird. Für eine kurze, gut geplante Workation bleibt Ihr deutscher Arbeitsvertrag jedoch der Rahmen.

Was gilt bei Workation außerhalb der EU?

Außerhalb der EU brauchen Sie häufig ein Visum oder eine Arbeitserlaubnis für Ihr Reiseland. Touristenvisa erlauben oft kein Arbeiten, auch wenn Sie nur für ein deutsches Unternehmen tätig sind. Hier sollten Sie die Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen frühzeitig prüfen.

Je weiter das Ziel von Deutschland entfernt liegt, desto mehr Fragen kommen zusammen: Sozialversicherung, Steuer, Aufenthaltsrecht und Versicherungsschutz. Das ist kein Grund, auf eine Workation zu verzichten. Es ist aber ein guter Grund, sie sorgfältig vorzubereiten und sich im Zweifel beraten zu lassen.

Sie überlegen, eine Workation zu beantragen, und sind unsicher, was Sie vorher mit Ihrem Arbeitgeber regeln sollten? Sie möchten wissen, welche Rechte und Pflichten für Sie gelten? Sehr gerne nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen! Kontaktieren Sie unsere Geschäftsstelle.

Fazit

Die Workation ist mehr als ein Trend. Sie zeigt, wie modernes Arbeiten aussehen kann, wenn Ort und Zeit flexibler werden. Für Sie als Arbeitnehmer steckt darin die Chance auf mehr Lebensqualität, frische Motivation und eine bessere Balance zwischen Beruf und Privatem.

Damit aus dem schönen Bild kein böses Erwachen wird, kommt es auf die Rahmenbedingungen an. Klären Sie früh mit Ihrem Arbeitgeber, was erlaubt ist, halten Sie die wichtigsten Punkte schriftlich fest und denken Sie unbedingt an A1-Bescheinigung, Steueraspekte und Versicherungen. Wer das beachtet, kann die Arbeit guten Gewissens an einen Ort verlegen, der einfach guttut.

Eine letzte Empfehlung: Trennen Sie Arbeit und Erholung auch in der Ferne bewusst. Eine Workation entfaltet ihren Wert genau dann, wenn Sie nach getaner Arbeit den Laptop zuklappen und den Ort wirklich genießen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Workation

Habe ich einen Anspruch auf eine Workation?

Nein. Eine Workation ist eine freiwillige Leistung Ihres Arbeitgebers. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch darauf. Ob und unter welchen Bedingungen eine Workation möglich ist, entscheidet Ihr Arbeitgeber. Am besten sprechen Sie das Thema offen an und schlagen einen konkreten Rahmen vor.

Wie lange darf eine Workation dauern?

Das hängt von der Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber und vom Zielland ab. Innerhalb der EU ist eine Entsendung auf höchstens 24 Monate angelegt. In der Praxis dauern Workations meist nur wenige Wochen. Mit Blick auf Steuern ist außerdem die Grenze von 183 Tagen im Ausland wichtig.

Brauche ich für eine Workation im EU-Ausland eine A1-Bescheinigung?

Ja. Für eine Workation im EU-Ausland sollten Sie eine A1-Bescheinigung dabei haben. Sie bestätigt, dass für Sie weiterhin das deutsche Sozialversicherungsrecht gilt. Den Antrag stellt Ihr Arbeitgeber. Führen Sie die Bescheinigung während des Aufenthalts mit, da sie in einigen Ländern kontrolliert wird.

Bin ich während einer Workation im Ausland krankenversichert?

Grundsätzlich ja, der deutsche Schutz bleibt im EU-Ausland über die Entsendung bestehen. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt im Ausland aber nur so viel, wie eine vergleichbare Behandlung in Deutschland kosten würde. Eine private Auslandskrankenversicherung kann zusätzliche Kosten abdecken und ist daher empfehlenswert.

Muss ich während einer Workation im Ausland Steuern zahlen?

In der Regel bleiben Sie bei kurzen Aufenthalten in Deutschland steuerpflichtig. Entscheidend sind die 183-Tage-Regel und das Doppelbesteuerungsabkommen mit dem jeweiligen Land. Bei längeren Aufenthalten oder unklaren Fällen sollten Sie steuerlichen Rat einholen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

Gilt das Arbeitszeitgesetz auch während einer Workation?

Ja. Das deutsche Arbeitszeitgesetz gilt auch dann, wenn Sie vom Ausland aus arbeiten. Sie müssen sich also weiterhin an Höchstarbeitszeiten und Ruhezeiten halten. Wenn Sie in einer anderen Zeitzone arbeiten, stimmen Sie Ihre Erreichbarkeit vorher mit Ihrem Team ab.

Was gilt für eine Workation außerhalb der EU?

Außerhalb der EU brauchen Sie oft ein Visum oder eine Arbeitserlaubnis. Auch der Sozialversicherungsschutz richtet sich dann nach dem Abkommen mit dem jeweiligen Land. Klären Sie Einreise, Aufenthalt und Versicherung frühzeitig, am besten mit Unterstützung Ihres Arbeitgebers oder einer Beratung.

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